Ist mein Angehöriger ein Pflegefall?

 

Der Gesetzgeber hat die Hürden für die Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung recht hoch gelegt: nicht jeder, der hilfe- und pflegebedürftig ist, bekommt auch deshalb Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung. Der Gesetzgeber hat einen Katalog von sogenannten regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens bestimmt. Die Verrichtungen der Grundpflege sind in drei Teilbereiche aufgegliedert:

1. Körperpflege: Waschen, Duschen, Baden, die Zahnpflege, das Kämmen, Rasieren, die Darm- u. Blasenentleerung

2. Ernährung: Mundgerechte Zubereitung, die Aufnahme der Nahrung

3. Mobilität: Selbständiges Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen, das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung.
Verrichtungen der Hauswirtschaft: Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung, das Beheizen. (§ 14.4 Pflegeversicherungsgesetz) Wer bei diesen Tätigkeiten aufgrund einer Krankheit oder Behinderung einen Hilfebedarf hat, ist dann pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung, wenn diese Hilfeleistung mindestens 45 Minuten für die Grundpflege am Tag dauert. Hilfebedarf bedeutet, daß jemand diese Verrichtungen nicht mehr selbständig durchführen kann, also jemand ihm helfen muß, beispielsweise bei der Vor- und Nachbereitung. Es ist aber auch eine Hilfe im Sinne der Pflegeversicherung, wenn Sie dabei sein müssen, wenn Ihr Vater ißt, weil er sonst allein nicht essen würde. Der Hilfebedarf ist in drei Pflegestufen eingeteilt. Die Grafik   Bedingungen der Pflegebedürftigkeit (siehe unten) zeigt alles im überblick.